
DIE HEITERKEIT – HERZ AUS GOLD
Label: Nein, Gelassenheit/Staatsakt/RTD
VÖ: 24.08.2012
Formats: CD/LP/Download

Es dürfte der tiefenentspannte Größenwahn sein, die Tatsache, daß die Band fernab aller fahlen Girliezismen dennoch nicht weiter von dem entfernt sein kann, was sich gemeinhin „Jungsmusik“ schimpfen lassen muß. Die Musik der Heiterkeit entreißt der klassischen Trio-Besetzung das meistmögliche, das im Bereiche von Indie- und Gitarrenpop eben auch immer das Optimum darstellt.“(Rasmus Engler)
„Da ist so viel Anmut, Witz und würdevoller Größenwahn in den paar wie hingeworfelt wirkenden Liedzeilen, die man nie vergisst, die man ständig vor sich hinsummt, die alles um einen herum plötzlich heller, leichter, schöner scheinen lassen, dass man gar nicht anders kann als selig grinsend aufzuhören oder weiterzumachen oder hierzubleiben oder wegzugehen – es ist egal. Es ist alles ganz außerordentlich supertoll und wundervoll mit dieser Band.” (Tino Hanekamp)
Die Heiterkeit sind drei junge Frauen, Stella Sommer (Gesang, Gitarre), Rabea Erradi (Bass, Gesang) und Stefanie Hochmuth (Schlagzeug). Alle wohnen seit einigen Jahren in Hamburg, waren niemals in ihrem Leben zur Musik verdammt, trotzdem ab und zu auf der Suche nach ihr. Und weil es eben auch in der Großstadt verflixt schwer ist, eine vernünftige Band zu gründen, hatten sie Geduld, bis sie sich begegneten.
Die Heiterkeit hat eben einen Schmäh, wie ihn sonst nur Österreicher haben. Daher auch kein Zufall, dass die Gruppe Ja, Panik ihre Verbündeten sind, auf ihrem Label Nein, Gelassenheit jetzt das Album „Herz aus Gold“ herausbringen. Torsten Otto hat es in Hamburg aufgenommen, ohne Gastmusiker und Hallgeräte. Und diesmal wissen alle, dass sie darauf warten. Das besonders Tolle an den dreien von Die Heiterkeit: Sie lassen sich von der Form nicht treiben. Ihre Songs gehorchen ihnen wie Hündchen. Wenn sie abbremsen oder den Takt ändern sollen, wenn sie Loop-Räder schlagen oder am Satzgesang auseinanderklaffen sollen, tun sie es auch. Sie haben grundsätzlich keine dritte Strophe. Und am Ende erzählen sie davon, wie sich das Leben anfühlt, wenn man nicht jede Erniedrigung erträgt, wenn man sich nicht als niedlicher, schicker Loser wohlfühlt, sondern die Dinge dreht: Nach oben geht. Die eigene Hand ergreift. Bis man von der eigenen Großartigkeit und Brillanz fast schon wieder ein bisschen gelangweilt ist.
„Suche Feinde, biete Gegner“, singt Stella Sommer, kehlig und schwebend und bergab begeistert. Wie beim Blumenpflücken am Kanal, beim Trinken an der Bar. So lange der lange Winter halb vorbei ist, die Vögel zwitschern. Bis der nächstbeste Dandy kommt, die fast schon kalkulierbare Katastrophe, die einen in ihrer Unausweichlichkeit schon wieder ganz entspannt macht. Zärtlich und dabei vernichtend. „Gefällt mir gut, ich bin bereit – I touch you with my Heiterkeit.“
Marlene Dietrich hat mal etwas Ähnliches gesungen, in einem Text von Friedrich Hollaender: „Soll denn etwas so schönes nur einem gefallen? Die Sonne, die Sterne gehör’n doch auch allen.“ Das Emblem von Die Heiterkeit, ein Smiley mit nicht-lachendem Mund, wird bereits auf Taschen und Körpern getragen, schmückt als Sticker Verteilerkästen, als Poster Küchen. Man kann Die Heiterkeit nicht alleine lieben. Nicht mehr, nie mehr. Man kann vielleicht noch ab und zu der erste sein, der zu ihr tanzt. Der Held, der von ihr wachgeküsst wird.
Tracklist:
01 Alles ist so neu und aufregend
02. Hauptquartier
03. Heiterkeit
04. Für den nächstbesten Dandy
05. Alle Wege
06. Baby, wein mir keine Träne nach
07. Komm in meine Arme
08. Die Liebe eines Volkes
09. Süß, wie man sein kann
10. Alle Menschen
11. Solange es euch gut geht
12 Auf dem Gipfel des Erfolges
Künstlerseite: http://www.myspace.com/dieheiterkeit
Facebook: https://www.facebook.com/dieheiterkeit
Soundcloud: http://soundcloud.com/nein-gelassenheit/sets/ja-panik-die-heiterkeit-split

Text: Tilo Kracht








