Laibach - We Come In Peace - The Original Iron Sky Soundtrack

VÖ: 27.04.2012
In friedlicher Absicht veröffentlicht Mute am 27.04.2012 (digital am 06.04.) den Soundtrack „We Come In Peace“ zur durchgeknallten Nazi-Persiflage „Iron Sky“. Der Beweis dafür, dass es auf der „dark side of the moon“ mehr als spacigen Rock à la Pink Floyd gibt. Von dort kommen nämlich neuerdings martialische Hymnen im unverwechselbaren LAIBACH-Sound. Schon jetzt genießt der Film Kultstatus. Mehr als 4,5 Million Klicks auf den Trailer innerhalb der ersten vier Tage können nicht irren. Und das war erst der Anfang.
Alles begann, als einem finnisches Filmteam in der Sauna eine Idee kam: Weltraumnazis auf der dunklen Seite des Mondes. Regisseur Timo Vuorensola setzte sich bei dieser Gelegenheit noch in den Kopf, dass der Soundtrack dazu unbedingt von LAIBACH kommen muss. Mehr noch, der bekennende Fan Vuorensola nahm das Gesamtkunstwerk LAIBACH gleich als Guideline für „Iron Sky“. Liegt nahe. Immerhin hat die Band in ihrer über 30järhrigen Karriere mehr als einmal Filme der Nazipropaganda durch den Kakao gezogen und der Titelsong von „Star Wars“ wurde auf „Jesus Christ Superstars“ (1996) verwurstet. So gesehen geht „Iron Sky“ auch als Hommage an die slowenische Band durch. Das ironische Spiel mit faschistoiden Symbolen auf der Folie atemberaubender Ästhetik verkehrt Nazipropaganda ins Absurde, gibt sie der Lächerlichkeit preis. Bei LAIBACH wird Musik und Kunst zur politischen Waffe, die durchaus unterhaltsam sein darf.
So schreibt der Tagesspiegel über „Iron Sky“ und LAIBACH:
„der Film hat seine Momente, seine Laibach-Momente. (…) Es geht um unser aller Faszination für totalitäre Ästhetik. Laibach haben den Zusammenhang von Pop und Totalitarismus mit „Geburt einer Nation“ (…) auf den Punkt gebracht. Eine Pop-Hymne wird zum Reichsparteitagssoundtrack. Und es wird erfahrbar, dass die Nazis nicht nur auf Unterdrückung und Überwältigung bauten, sondern auch auf Ästhetik – und Heimeligkeit.“
LAIBACH stecken seit 1980 den Finger genau dort hin, wo es weh tut. Sie glorifizieren und überzeichnen die Ästhetik jener Regime, die mit totalitär naturgemäß nur sehr unzulänglich beschrieben sind, mit melodramatischen Wagnerhörnern, marschierenden Beats, brachialer Industrial-Elektronik und neo-klassischen Einflüssen. Sie richten den Fokus auf politische Kontroversen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Ohne LAIBACH wäre eine Band wie Rammstein nicht denkbar, diese natürlich wiederum nur als Farce.
Timo Vuorensola ist begeistert von der Zusammenarbeit mit LAIBACH:
„Their unique sense of humor and nice and twisted approach will really light a spark in the wretched genre of film music. We’re hoping to create something like Vangelis did for Blade Runner – not just a soundtrack, but a whole new world that echoes through the music.”
LAIBACH waren zu Beginn noch etwas skeptischer gegenüber den verrückten Finnen:
„A few years ago we were approached by some crazy Finns on one of our tours in Finland to cooperate on film with them, but we didn’t take them that seriously at first. A year later we received a call and shortly afterwards the Iron Sky people visited Ljubljana. We went to our mountain shelter in the Julian Alps and they told us the story about the film they wanted us to collaborate on. They also showed us the work they had done so far and we were convinced straight away.”
Gesagt, getan. Seit 2010 sitzen LAIBACH mit im Boot – äh, Raumschiff – der nerdigen Nazi-Parodie und steuerten unter anderem eine Version von „American Anthem“ vom 2006er Album „Volk“ bei.
LAIBACH erobern mit „We Come In Peace“ endlich ein breites Publikum. Sie zeigen der Welt, dass die traumatische Beziehung zwischen Musik und Macht, zwischen Kunst und Ideologie unterhaltsame politische Aufklärung sein kann.
Tourdaten:
29.03.12 SE-Göteborg, Brewhouse
31.03.12 DK-Kopenhagen, Koncerthuset
01.04.12 Dresden, Strasse E
03.04.12 Berlin, Heimathafen
04.04.12 PL-Lodz, Wytwomia
05.04.12 CZ-Prag, Palac Akropolis
07.04.12 CH-Lausanne, Docks
08.04.12 FR-Paris, La Machine Du Mouline Rouge
11.04.12 UK-Birmingham, HMV Institute
12.04.12 UK-Manchester, O2 Academy
14.04.12 UK-London, Modern Tate/ Turbinhall
Künstlerseite: http://www.laibach.org/
Tracklisting:
01. B-Mashina (Iron Sky Prequel)
02. Take Me To Heaven
03. Problems, Big Time! / Schwarze Sonne
04. Classroom (Where are We From?) / Spaceship Hangar
05. Kameraden, wir kehren Heim!
06. Ein Spion von der Erde
07. Sauerkraut
08. Washington’s Escape
09. Dr. Richter’s Laboratory
10. Vivian’s “Untergang”
11. Klaus and Renate
12. In the Machine
13. Renate and Washington at the Lab / Albinising Operation
14. Nazi Expedition to Earth
15. Renate’s Surprise
16. Peace Lovin’ Brother Rap
17. The Good Times For the Bad People
18. Renate’s Message of Peace
19. The Miracle in White House
20. The Answer to the Question
21. The Moon Nazis Are Coming
22. 125’ Later Ragtime
23. A Good War Blues (Klaus and Vivian)
24. Die Flotte ist bereit
25. Der Führer’s Last Waltz
26. Meteorblitzkrieg Begins
27. Ready To Face the Music (Counterattack)
28. UN Security Council Confessions
29. Space Battle Suite
30. James and Renate Inside the Götterdämmerung
31. The United States of America Do Not Negotiate With Terrorists
32. Moon Attack
33. Götterdämmerung muss Fliegen
34. Feuer Frei!
35. Fight Between Washington and Dr. Richter
36. Klaus and Renate’s Final ‘Rendezvous’
37. The Fall of Götterdämmerung
38. America
39. Under The Iron Sky
40. End Title (We Leave in Peace)